1885 - 1913

Karl Sterrer der Ältere, um 1885

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Biografie in Perioden

BIS 1885

Karl Sterrers d.J. Vorfahren waren Kunsthandwerker, Maler, Zeichenlehrer, Architekten, Bildhauer, sie bildeten die Basis für Karl Sterrers Lebensweg und Karriere.

Die Familienlegende, und ihr folgte auch Sterrers Biograf Arpad Weixlgärtner, besagt, dass ein Ahne Karl Sterrers protestantischer Pfarrer in Bayern gewesen sei. Dessen Sohn, katholisch geworden, wäre dann nach Oberösterreich ausgezogen. Einer seiner Nachkommen war der Zimmermann Andreas Sterrer, dem um 1781 ein Sohn geboren wurde: Johann Georg. Aus welchen Gründen immer, wahrscheinlich waren es ökonomische Hoffnungen, die bessere Lebensgrundlagen für den Erhalt einer Familie versprachen, übersiedelte er aus der kleinen Gemeinde Bachmanning in die Bezirksstadt Wels. Johann Georg Sterrer richtete dort eine Tischlerwerkstätte ein. Ihm wurde am 15. Jänner 1807 ein Sohn geboren, getauft auf den Namen Josef d.Ä. Dieser erlernte in der väterlichen Werkstatt zunächst den Tischlerberuf, verließ aber Wels für zwei Jahre, um an der Wiener Kunstakademie bei dem wohl bedeutendsten Maler der Biedermeierzeit Ferdinand Waldmüller zu studieren. Auch sein jüngerer Bruder Franz Xaver (1818-1901) konnte, aus finanziellen Gründen nur mit Unterbrechungen, die Akademie zu besuchen. Zwischen 1831 und 1833 war er Schüler der Elementarschule der Akademie und anschließend Student bei Leopold Kupelwieser, wenn auch nur in den Wintersemestern bis 1845 – mit dem Schwerpunkt Historienzeichnung und -malerei. Ihn zog es schließlich in die Ferne. Sein Plan, den Orient zu bereisen, endete aber in Konstantinopel. Hier lernte er eine Französin kennen, mit der er nach Frankreich zog. Sie bekamen einen Sohn, der sich ebenfalls zum Maler berufen fühlte: Louis Sterrer (1861–1912) war in Lyon und Paris tätig, heute im Wesentlichen bekannt als Gestalter religiöser Themen. 

Auch die beiden Söhne des Josef Sterrer d.Ä., Josef d. J. (1839-1863) und Karl d. Ä. (1844-1918), reüssierten als Künstler. Karl Sterrer d. Ä. fand 1858 Aufnahme in der Linzer Bildhauerwerkstatt von Ferdinand Scheck (1827-1891), in der er bis 1868 arbeitete, zog als selbstständiger Bildhauer in die Haupt- und Residenzstadt Wien, wo er im Zuge der Gestaltung der Ringstraße Aufträge erwarten konnte. Er wurde hier bald als technisch ungemein geschickter Bildhauer bekannt, zunächst in der Werkstatt von Franz Melnitzky (1822-1876), später in der eigenen, gemeinsam mit Johann Schindler (1822-1893). Karl Sterrer d.Ä. heiratete die Lehrerin Sophie Thetter (1857-1932), die zunächst die Tocher Sophie, dann die Söhne Karl d. J. und Alfred gebar.

Karl Sterrer d.J. (K.St.) wurde am 4. Dezember 1885 in Wien geboren. Seine Volksschul- und Realschulzeit verbrachte er am Wiener Schottenfeld, im heutigen Bezirk Neubau, nahe der väterlichen Bildhauerwerkstatt. Als dort anlässlich des 50jährigen Bestandes der Realschule neben anderen Veranstaltungen auch in einer umfangreichen Ausstellung die Leistungen des Zeichenunterrichts der Realschüler präsentiert wurde, lobten sogar die Zeitungen die bildnerischen Werke des jungen Karl. Nicht unbedeutend für die Ausformung seines Könnens war sicher der Zeichenunterricht, den Karl bei Franz Cizek, dem Gründer der Wiener Jugendkunstschule, erhalten hatte.

Karl Sterrer, 1908

 

1901 – 1908

Nach vier Jahren Realschule und durch seinen Vater früh mit dem Kunstbetrieb vertraut, gelang Karl die Aufnahme in der Wiener Akademie der bildenden Künste. Bis 1908 studierte er Malerei, zuerst bei Alois Delug, dann bei Christian Griepenkerl. Seine Studienerfolge wurden mit mehreren Stipendien und Preisen belohnt – so durch die Rosenstein- (1903, 1904) oder die Teutschmann-Stipendien (1905, 1906, 1907). Studienkollegen waren Hubert Lanzinger, Wilhelm Dachauer, Franz Wacik. Ivan Mestrovic, auch Egon Schiele. Für sein Abschlusswerk, das leider verschollene Triptychon „Lebensalter“, wurde Karl 1908 mit dem Kenyon Reisestipendium ausgezeichnet, dem sogenannten „Rompreis“.

Werke: „Der Tod und der Jüngling“; „Mutter, Kind und Tod“ (beide 1906); Triptychon „Lebensalter“ (1908, verschollen)

 

 
 

1908 – 1909

Im September 1908 begann K.St. seine Studienreise, die ihn zuerst nach Venedig, Florenz, Rom, Neapel führte, später nach Spanien, Frankreich, durch die Schweiz und Deutschland. Im Mai 1909 kam er wieder nach Wien zurück. Die vor den großartigen Werken der italienischen Kunst erfahrenen Eindrücke hatten ihn zunächst zweifeln lassen, den Weg des Künstlers tatsächlich zu beginnen. Dazu kamen auch Überlegungen, sich der Bildhauerei zu widmen. Erste kleinere bildnerische Aufträge wiesen ihm dann doch den weiteren Weg.

1909 unterbrach, wenn auch nur kurz, der Militärdienst K.St. künstlerisches Streben. Als Kunstakademiker hätte dies für ihn zwar die relative Erleichterung der Ausbildung zum sogenannten Einjährig-Freiwilligen und somit zum Offiziersanwärter bedeutet, doch eine solche Militärkarriere war ihm unerträglich. Durch massiven, gesundheitsgefährdenden Genuss von Nikotin und Koffein erreichte er tatsächlich die frühzeitige Entlassung aus dem Militärdienst.

Werk: Die Dämmerung“ (1909)

Karl Sterrer, 1910

 

1910

1910 präsentierte das Wiener Künstlerhaus in seiner 36. Jahresausstellung K.St.s frühes Werk die „Winternacht“. Das Bild lenkte die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf das Talent des jungen Künstlers. Es wurde vom Ministerium für Kultus und Unterricht angekauft und in der Modernen Galerie (heute Österreichische Galerie Belvedere) aufgenommen. K.St. trat dem Künstlerhaus bei, für das er bis zu seinem Ausscheiden 1931 engagiert in verschiedensten Arbeitsbereichen tätig war. Diese Ausstellung hatte auch das Interesse des Sammlers und Gastronomen Franz Hauer geweckt. Ihm galt Sterrer als einer der Hoffnungsträger der zeitgenössischen Kunst. Um dessen Weg zu unterstützen, erwarb Hauer nicht nur Werke des Künstlers, er ermöglichte ihm und seiner Frau Elise auch einen längeren Arbeitsaufenthalt auf Capri.

Werk: Das Gewicht der Erde“, auch genannt „Atlas“ oder „Titan“ (1910)

Karl, Fritz, Elise Sterrer, Capri, 1912

 

1911 – 1912

Für K.St. stand fest, dass er den Arbeitsaufenthalt in Capri, dessen Finanzierung ihm Franz Hauer in Aussicht gestellt hatte, nur in Begleitung von Elise antreten wollte. Im Frühjahr 1911 heirateten Elise und er. Elisabeth „Elise“ Berckmüller (geboren am 1. August 1883 in Wien) und K.St. hatten einander auf einem Künstlerfest kennengelernt, sie wurde die Mutter seiner Kinder und die stützende Begleitung all der folgenden Lebensjahre.

Im Sommer 1911 erreichten das Ehepaar Capri, für sie ein Paradies auf Erden. Für K.St. begann eine intensive Schaffens- und Selbstfindungsphase und die nervenaufrührende Bewältigung der in manchen Bereichen doch divergierenden Vorstellungen seiner künstlerischen Aufgaben. Hauer hatte die Unterstützung natürlich von verschiedenen Bildaufträgen abhängig gemacht, die der Künstler nicht selten den eigenen Vorstellungen und nicht denen seines Mäzens anpasste. Ein umfangreicher Briefwechsel gibt beredt darüber Auskunft. Im Jänner 1912, im feuchtkalten Winter Capris, wurde Fritz, der erste Sohn geboren. Im Sommer verließ die junge Familie die italienische Insel, siedelte zunächst nach Kärnten, dann nach Wien.

Werke: Die handeln und die dichten …“, „Die Mutter“ (beide 1911), „Der wunderliche Stern“ (1912)

Karl Sterrer, 1913

1913

Nach der Rückkehr aus Capri stellten sich für K.St. erst langsam Erfolge ein. Stets an den Ausstellungen des Künstlerhauses beteiligt, erzielte er 1913 den ersten bedeutenden internationalen Erfolg bei der XI. Internationalen Kunstausstellung im Königlichen Glaspalast in München. Die „Winterlandschaft bei Puchenstuben“ wurde von einem deutschen Sammler angekauft und an die Moderne Galerie Dresden (heute Staatliche Kunstsammlungen Dresden) verliehen. Wie die Hauptwerke dieser Zeit, die „Winternacht“ oder etwa die „Die Heilige Familie“ zeigen, war K.St. zunächst von Renaissance und Romantik inspiriert. Seine später so charakteristische monumentale Formensprache entwickelte er erst langsam.

Werke: Winterlandschaft bei Puchenstuben“; „Die Heilige Familie“ (1913); „Klagelied“ (1913); „Der grüne Acker“ (1913)

1914–1918

Karl Sterrer, 1915

1914 – 1915

Schon vor dem Weltkrieg beurteilte das Kunst-Feuilleton K.St. als Hoffnungsträger, man sah seine Werke von Einflüssen aus Deutschland geprägt, vor allem vom süddeutschen Maler Hans Thoma beeinflusst. 1914 erhielt K.St. den „Kaiserpreis“. Reisen führten das Ehepaar nach Norddeutschland und durch Österreich. Landschaftsbilder zeugen davon.

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs unterbrach den erfolgversprechenden künstlerischen Weg. Noch konnte K.St. mit der Bearbeitung patriotischer Bildthemen, der Bildpropaganda für das Vaterland (Schulwandtafel, Vivatbänder, Postkarten für das Rote Kreuz, später Plakate für Kriegsanleihen, Offiziersporträts etc.) dem Militärdienst entgehen. Im November 1915 wurde er trotz verschiedener Interventioen eingezogen, zunächst in das Büro einer Arbeitskompanie an der russischen Front in der Festungsstadt Iwangorod an der Weichsel. Als Kunstakademiker wurde er als sogenannter Einjährig-Freiwilliger eingestuft und aufgrund seiner künstlerischen Fähigkeiten bald mit den Offizieren vertraut. Porträts seiner Vorgesetzten belegen es.

Werke: Der Kogel“ (1914), „Nordsee“ 1914, „Aufruf“ (1914), Porträts der Schauspielerin Gemma Boic (1914), „Wandtafelwerk Anno Domini AD 1914 -1915“ (1915), Die Heimkehr (1915)

Der EF-Gefreite Karl Sterrer mit Offiziersdiener, Czernowitz, 1916

1916 – 1918

Marschbefehle führten K.St. durch Galizien, nach Czernowitz, dann Krakau und Teschen. Während seiner Urlaube in Wien hielt er den Kontakt zum Künstlerhaus aufrecht, während seiner Abwesenheit vertrat ihn in künstlerischen Belangen stets seine Frau. 1916 wurden seine Fähigkeiten mit der Verleihung des Drasche-Preises gewürdigt. Schließlich hatten seine Eingaben an das Armeeoberkommando Erfolg. Er wurde in der Kunstgruppe des k.u.k. Kriegspressequartiers (KPQ) aufgenommen. Bilder von den k.u.k Stellungen in der Bukowina waren die ersten Arbeiten, die er als Kriegsmaler im September 1916 abgab. Im Oktober wurde er der 8. Fliegerkompanie zugeteilt. Es entstanden dabei weitere Bilder vom Leben der Soldaten und immer häufiger Porträts der Piloten an der Ostfront. Für die Arbeit unter eingeschränkten Bedingungen entwickelte er eine spezielle bildnerische Technik mit Bleistift, Kreide, Aquarell und Tempera, die es ihm erlaubte, auch in prekären Situationen vor Ort relativ rasch Skizzen für endgültige Bildern zu entwerfen. 1917 wurde den Sterrers das zweite Kind, Frieda, geboren.

Zunächst noch in Galizien als Kriegsmaler stationiert, wurde K.St. im letzten Kriegsjahr der Flugstation Triest sowie verschiedenen anderen Abschnitten der Front in Südtirol zugeteilt. Er reüssierte mit den Bildnissen der österreichisch-ungarischen Kampfflieger und den Silhouetten der Tiroler Bergwelt – Vorlagen für die 12 Kreidelithographien der 1919 im Avalun Verlag erschienenen Mappe „Flieger im Hochgebirge“. Kurz vor Kriegsende starb sein Vater, Karl Sterrer d.Ä., dessen skulpturale und handwerkliche Qualität K.St.s künstlerische Entwicklung bedeutend beinflusst hatte.

Werke:Soldatengräber bei Lukawiec, Galizien“ (Stellung in der Bukowina, 1916), „Fliegerkompanie 8. k. u. k. Feldpilot Rittmeister von Lehmann, Beobachter Oberleutnant E. Schicht und Karl Freiherr von Westenholz (1917), „Generaloberst von Böhm-Ermolli und sein Stab beim Einzug in Lemberg“ (1917), Gruppenporträt Gottfried Freiherr von Banfield, Triest. k u.k. Lienienschiffsleutnant (!): Seefähnrich Fr. Welker, Seefähnrich Niedermaier, 1918) „Schwestern“ (1918), „Porträt Rechtsanwalt Dr. Heinrich Freiherr von Haerdtl“, „Porträt Arpad Weixlgärtner“, Neue Bilderbogen und Soldatenlieder“ (1917/18)

1919–1929

1919 – 1920

Nach dem Krieg setzte K.St. seinen Weg als Maler fort, begann große, klassisch beeinflusste Aktstudien, wurde bekannt für sachliche, formenstrenge Porträts, expressiv wirkende Landschaften und zahlreiche kleinformatige Radierungen, zumeist weibliche Aktdarstellungen, erotische Genrebildchen, beeinflusst von den modischen Illustrationen des österreichischen Malers Otto Lendecke (1886-1918). Unterstützung erhielt K.St. durch wichtige Sammler und Förderer, wie Georg Duschinsky (1888-1942) oder Hugo Krieser (1878-1956). Für die Mappe „Flieger im Hochgebirge“ erhielt der Künstler 1919 den Preis der Julius Reich Künstlerstiftung

Werke: „Das Haus“ (1919), „Beethoven“ (1920), „Die Mütter“ (1920), „Gebirgsbauer“ (1920), Serie der Radierungen „Maler und Modell“ (1920), „Tanzende Mänaden“ (1920 und 1921)

Sterrer im Atelier vor „Frauen in arkadischer Landschaft“, 1924

 

19211925

1921 wurde K.St. als Nachfolger von Franz Rumpler (1848-1922) an die Akademie der bildenden Künste in Wien berufen, im Jahr darauf zum ordentlichen Professor für Malerei ernannt. Für K.St. begann damit die Karriere des angesehenen, erfolgreichen Lehrers. Zu seinen Schülern zählten u.v.a. Hans Fronius (1903-1988), Leopold Birstinger (1903-1983), Leopold Hauer (1904-1981), Werner Berg (1904-1981), Rudolf Szyszkowitz (1905-1976), Max Weiler (1910-2001), Karl Weiser (1911-1988), Arnulf Neuwirth (1912-2012), Rudolf Hausner (1914-1995), Walter Gamerith (1913-1949). Über Studentinnen, die in Sterrers  Malschulen etwa in gleicher Zahl wie die männlichen Kollegen vertreten waren, weiß die Kunstgeschichte kaum ewas zu berichten, obwohl K.St. auch ihnen Förderung zukommen ließ. 1921 wurde K.St.s drittes Kind, Hubert, geboren.

Neben den kleinformatigen Radierungen und Lithografien beschäftigte den Künstler immer häufiger allegorische, auch religiöse Themen, so das große Gemälde „Ölberg“.  Als Hauptwerk dieser Phase kann „Das Leben“, eine große klassische Komposition lebensgroßer Aktfiguren, gelten. Ihr folgten weitere allegorische Bildwerke, dominiert von Aktdarstellungen. Daneben entstand K.St.s einzige plastische Arbeit, die Skulptur eines weiblichen Bronzetorsos. Neben den oft großformatigen, monumental anmutenden Arbeiten entwarf K. St. Sujets für Briefmarken und Banknoten, zumeist gemeinsam mit dem Maler und Grafiker Rudolf Junk (1880-1943).

K.St.s. künstlerische Disziplin und sein Moralempfinden wurde besonders in der einzigen, 1925 erschienen Biografie hervorgehoben, verfasst vom Kunsthistorikers Arpád Weixlgärtner (1872-1961). Weixlgärtner sah in K.St. den führenden Künstler einer männlich starken, sittlichen, „im Kern“ deutschen Kunst.

Werke:Ölberg“ (1921), Entwürfe für Banknoten (1922, 1924), „Bettelmusikanten“ (1923), „Das Leben“, Plastik: „weiblicher Torso“ (1923), Entwürfe für Briefmarken: „Wohltätigkeitsmarken“ (1923/24), „Vier Frauen am Wasser“ (1924), „Traum vom Berg“, (zwei Fassungen, 1925, 1926), „Mädchen mit den Schiffen“ (1925)

Karl Sterrer, 1926

 

1926 – 1929

In diesen Jahren befand sich K.St. auf dem Höhepunkt seines künstlerischen Erfolgs. 1926 konnte er mehrere Werke auf der Biennale in Venedig präsentieren, 1934 war er dort nochmals vertreten. 1928 wurde sein erstes im öffentlichen Auftrag entstandenes Bild, das große Gemälde der „Gerechtigkeit“ (auch „Richter aus dem Volk“) im Schwurgerichtssaal des Landesgerichts in Wien enthüllt. 1929 wurde K.St. für sein Schaffen mit dem Goldenen Ehrenzeichen der Republik geehrt, nachdem er schon 1921 den I. Bundesstaatspreis des Bundesministeriums für Inneres und Unterricht erhalten hatte. Im selben Jahr, 1929, berief ihn das Carnegie-Institut in Pittsburgh, USA, gemeinsam mit Henri Matisse in die Jury für ihre internationale Kunstausstellung 1930. Der Einladung, dem Kunstbeirat der Gemeinde Wien beizutreten, konnte er allerdings wegen seiner Reise in die USA nicht Folge leisten.

Die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Ersten Republik verunsicherten K.St. massiv. 1929 hatte K.St. das Gemälde „Die Entarteten“ begonnen (auch „Die Entartung der Zeit“, 1950 mit den Worten „Trieb ohne Gebot“ ergänzt). Das großformatige Werk liest sich als konservativer Kommentar wider Jazzmusik, sexuelle Laszivität und den negativen, vermeintlich jüdischen Einfluss auf die bürgerliche Kultur – außer Acht lassend, dass K.St.s wichtigste Sammler dem jüdischen Bürgertum angehörten.

Werke: Porträt Botaniker Prof. Richard Wettstein“ (1927), „Vormittag (Dolomitenmassiv)“ (1927, 1958 überarbeitet), „Transfiguration“ (1928, 1929), „Die Entarteten“ (1929), Banknotenentwürfe, Auftrag für das Bild im Schwurgerichtssaal „Gerechtigkeit“ (1928)

1930–1937

Die Mitglieder der Jury für die Biennale des Carnegie Instituts Pittsburgh, 1930. Vorne links: Henri Matisse, in der Mitte: Karl Sterrer, rechts: Bernard Karfiol.

 

Karl Sterrer vor dem Entwurf des Christkönig Altars, 1936

 

1930 – 1937

Die Reise zur Internationalen Kunstausstellung des Carnegie-Instituts und die daran anschließenden Besuche in mehreren Kunstmuseen und Privatsammlungen der USA hinterließen ihre Spuren: Künstlerisch entwickelte K.St. nun großes Interesse für chinesische Malerei, vor allem zu jener der Sung-Dynastie, das er auch seinen Studierenden weitergeben sollte. Geistig begann seine stetig enger werdende Bindung an die katholische Kirche. An der Akademie verband ihn seine Hinwendung zu religiösen Themen mit dem Architekten Clemens Holzmeister (1886-1983) und begründete den Kontakt mit dem Theologen und Mitbegründer des „Bundes Neuland“ Karl Rudolf (1886-1964). Gemeinsam mit Holzmeister bot er seinen dem „Bund Neuland“ angehörenden Schülern Weiler, Weiser, Szyszkowitz, Birstinger die Basis für die Entwicklung einer erneuerten religiösen Malerei. In seiner Unterrichtstätigkeit standen immer Disziplin und moralischer Anstand im Mittelpunkt. Er betonte gerade in Zeiten der Krise, die Notwenigkeit der Kunst und ihrer Freiheit, verdichtet in der Maxime: Der Blick des Künstlers nach außen solle aus einer inneren Auseinandersetzung kommen, sein Schauen im Sinne eines „Insichgekehrtseins“ aufgefasst werden.

Die kulturelle und politische Öffentlichkeit honorierte die Wertschätzung seiner künstlerischen Arbeit durch die biografische Erwähnung im Buch des „Gesamtschaffens der bildenden Künstler Österreichs“, im „Österreichischen Almanach“ und im „Künstler-Adressbuch“ und durch die Berufung in die Jury für die Auslobung des Wettbewerbs für das „Oesterreichische Heldendenkmal“. Am 7. November 1933 erhielt er die Mitteilung, dass ihm 1934 ein goldener Ehrenring des Eckart-Bundes, der in seinen Statuten einen Arierparagraphen aufgenommen hatte, überreicht werde, 1935 wurde ihm die Ritter-Würde des „Alten St. Georgs-Orden“ zuteil. K.St.s Stimme wurde auch zunehmend in der Öffentlichkeit gehört, wenn er in Zeitungsinterviews, auch im Radio, differenziert Position zur Lage der Kunststudierenden in Zeiten wirtschaftlicher Nöte bezog.

1931 entschloss er sich nach längerem Zögern zum Austritt aus der Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens, dem Künstlerhaus, der er über zwei Jahrzehnte angehört und die ihm erfolgreiche Ausstellungen eingerichtet hatte. Persönliche Schicksalsschläge – im Winter 1931 zerstörte ein Brand Teile seiner Wohnung und im folgenden Jahr starb seine Mutter – lösten kurze Phasen religiösen Zweifels aus.

In ihrer akademischen Arbeit fügte sich die Tätigkeit der Hochschulprofessoren zunehmend in die fortschreitend autoritäre Politik des Landes ein, so auch jene K.St.s. 1934 fertigte er das letzte Porträt des autoritär, schließlich diktatorisch regierenden Bundeskanzlers Engelbert Dollfuß (1892-1934) an – wenige Wochen vor dessen Ermordung durch nationalsozialistische Putschisten.

In Zusammenarbeit mit Clemens Holzmeister gelang K.St. die Ausführung zweier großer religiöser Werke: 1936 das 106 m2 große „Christkönig“ Altarmosaik für das dem Gedenken an den christlichsozialen Bundeskanzler Seipel gewidmete sakrale Bauwerk in Wien (XV. Bez.), das nach Dollfuß‘ Ermordung als Seipel-Dollfuß-Gedächtniskirche benannt wurde. 1932 schuf K.St. das Glasfenster mit dem Bild des Johannes des Täufers (im Zweiten Weltkrieg zerstört) für die Krimkirche (XIX. Bez.). In der Nachfolge Holzmeisters trat K.St. 1937 das Amt des Rektors der Akademie an, mit seinem Bekenntnis, die Akademie auf Grundlage der christlichen Weltanschauung zu führen.

Werke: Der Fischer“ (1932), „Grüne Madonna“ (1932, 1935), „Glasfenster Johannes der Täufer“ (1932), „Porträt Engelbert Dollfuß“ (1934), „Christkönig Altarmosaik“ (1936)

1938–1945

Karl Sterrer, 1941

 

1938 – 1945

Seiner Funktion als Rektor, seiner höchsten öffentlichen Funktion, wurde K.St. schon am 11. März 1938 enthoben, denn die künftigen Machthaber, die „kommissarischen“ Leiter an der Akademie, hatten die Übernahme gründlich vorbereitet. Die Akademie blieb vom Tag des Einmarsches der Hitler-Truppen am Samstag, den 12. März bis zum Montag, den 14. März, geschlossen. Bis dahin wurden Übergangsbestimmungen für die neue Verwaltung der Akademie formuliert, am 14. März „abgefertigt“. Sie betrafen auch die Amtsenthebung von K.St. und Holzmeister.

Existenziell, aber auch psychisch schwer belastet und den Verleumdungen des Akademie-Kollegen Rudolf Eigenberger (1890-1979) und des Künstlerhauspräsidenten und Leiter der Reichskammer der bildenden Künste in Wien, Leopold Blauensteiner (1880-1947), ausgesetzt, versuchte sich K.St. mit der neuen Ordnung zu arrangieren. Im Sommer verfasste er das für seine künstlerische Tätigkeit notwendige Aufnahmegesuch in die Reichskammer und suchte um die Aufnahme in der NSDAP an, trat aus der katholischen Kirche aus. 1939 wurde er entgegen dem Betreiben von Blauensteiner und Eigenberger wieder als Lehrer reaktiviert, auch in die Reichskulturkammer aufgenommen, möglicherweise durch Protektion höherer NS-Funktionäre in Berlin. Er wurde Parteianwärter und 1943 Mitglied der NSDAP.

Die Tierbilder dieser Zeit, mit keltischen Symbolen und Hakenkreuz versehen wie etwa im „Ahnen“, fanden wenig Anklang bei den Nazi-Offiziellen, auch wenn sich mancher von ihnen noch von K.St. porträtieren ließ. Ein linkisch anmutendes Bildnis von „Adolf Hitler“ (1938/39) zeigt diesen vor mehreren Hakenkreuzfahnen. 1939 war K.St. mit einigen Werken in der großen Ausstellung „Berge und Menschen der Ostmark“ vertreten, die von Wien aus durch mehrere Städte des Deutschen Reichs tourte.

K.St.s ambivalentes Engagement belastete seine Psyche schwer. Schließlich fand er im Zisterzienser Stift Zwettl einen Rückzugsort, in dem er wieder zur Religion zurückkehrte.

Werke: Rehe im abendlichen Wald“ (1938), „Der Führer – Hitler“ (1938/39), „Das Ahnen“ (1941), „Die Magd“ (1942), „Der Alte/Erdgebunden“ (1941 od. 1942), Porträts von „Gauleiter Hugo Jury“ (1941 u. 1943)

1945–1972

1945 – 1955

Der Zusammenbruch der NS-Diktatur bedeutete auch die Reorganisation der staatlichen Stellen, zumeist unter Bedachtnahme auf die Lage vor 1938. An der Akademie wurden mit 22. Juni 1945 zunächst 24 Angestellte des Dienstes enthoben, unter ihnen auch K.St. wegen seiner Mitgliedschaft in der NSDAP, nun zum zweiten Mal. Die „illegalen“ Nationalsozialisten Alexander Popp, Albert Magnaghi, Herbert Dimmel wurden sofort entlassen.

Die zu K.St.s politischer Beurteilung eingesetzte, für die Entnazifizierung gebildete Sonderkommission ließ sich in ihrem Entscheid von einem durch das Professorenkollegium formulierten Standpunkt leiten, nach dem K.St. trotz seiner künstlerisch hervorragenden Leistung für die künftige Unterrichtsarbeit nicht geeignet sei. Die Kommission bestätigte die Dienstenthebung, ein Urteil, das 1946 in den dauernden Ruhestand umgewandelt wurde. K.St.s Pension wurde um 5% gekürzt. Die Forderung dreier Studierenden, Utta Gürth, Franz Kuno Steindl-Rast und Elfriede Vogt, K.St wieder als Professor einzustellen, wurde nicht berücksichtigt.

Bis zu seinem Tod beschäftigten K.St. zumeist religiöse Bildthemen und allegorische Arbeiten, die er als „Mahnmale“ verstand. In einem Brief an den Journalisten Jorg Lampe 1953 erklärte er dies so: „Ich begann mit ‚Jeremias‘, der mir als der große Prophet auch unserer Zeit erscheint. In 53 Kapitel [tatsächlich sind es 52 Kapitel] mahnt er vergeblich sein Volk gegen den Materialismus, prophezeit den furchtbaren Untergang, den er in 5 Klageliedern besingt. / Neben Jeremias suchte ich aus der alten Schrift ‚Isaias‘ zu gestalten, dann ‚Moses‘ und ‚Abraham‘ […]“.

Die immer wieder erneuerten Kontakte zu ehemaligen Studierenden, wertschätzende, auch beruhigende Belege für jahrzehntelange anerkannte Lehrtätigkeit, ermöglichten Besuche und auch briefliche Kontakte, begründeten tiefergehende Gedankenverbindungen und holten den Künstler aus der Vereinsamung.

Der Brief Curt Kriesers, eines Sohnes des in die USA geflohenen Sammlers Hugo Kriesers im Juli 1947 holte K.St. wieder die Vergangenheit zurück. Überraschenderweise sollte er erst dadurch erfahren, dass die wohl umfangreichste Sammlung verschollen, ein Gutteil seiner Werke unwiederbringlich verloren war.

Nach mehrjähriger Absenz im Ausstellungsbetrieb zeigte im September 1949 eine Verkaufsausstellung der wiedereröffneten „Neuen Galerie“ wieder eine „Gebirgslandschaft“ des Künstlers. Aufträge hingegen ließen warten. 1952 bot Albert Paris Gütersloh K.St. an, sich beim Kulturdezernenten der Stadt Wien, Eduard Gaertner, für die Gestaltung eines Bildes an einem städtischen Wohnbau zu verwenden. Doch von der Gemeinde Wien in Aussicht gestellte Projekte zerschlugen sich, so etwa die Möglichkeit, einen Saal des Amtshauses Wien Floridsdorf mit Kaseinmalerei auszustatten. Schließlich erhielt der Künstler den Auftrag zur Gestaltung des keramischen Mosaiks „Pferde“ für den „Theodor Körner-Hof“ im 5. Wiener Gemeindebezirk.

Mit Unterstützung des Priesters Arnold Dolezal aus dem Kreis der „Neuländer“ begann K.St. in kirchlichen Kreisen nach Möglichkeiten zu suchen, seine neuen Arbeiten zu präsentieren, so mit Unterstützung von Domprälat Karl Rudolf und Erzbischof Franz Jachym.

Anlässlich seines 70. Geburtstages gab ihm die Akademie der bildenden Künste Raum für eine Ausstellung, ihr Titel: „Religiöse Kunst“. Eröffnet wurde sie im Februar 1955.  Das Lob des Feuilletons war beinahe einhellig. Ein Dr. N. in der „Neuen Wiener Tageszeitung“: „Sterrer, der Altmeister des Aktes und der landschaftlichen sowie figuralen Komposition, verfolgt nunmehr eine Schaffenslinie. Ausgehend von literarischen Studien und Eindrücken, versucht er mitten in den Strom der Modernen zu treten. Das gelingt ihm erstaunlich gut, besonders dort, wo er aus innerstem Wollen stark lineare, religiöse Bilder schafft, die nach großen Wänden verlangen, um sich freskal auszuleben.“ Trotz solcher Wertschätzung verhindert Sterrers Scheu vor der Öffentlichkeit die Teilnahme an Ausstellungsbesuchen und -eröffnungen.

Werke: Jeremias – Mahnung an die Menschheit“ (1945, 1946), „Golgatha“ (1945), Serie „Frauen unserer Zeit“ (um, ab 1950), „Poesie“ (1951), „Zwei Pferde, eine Taube – Mosaiken am Gemeindebau Theodor Körner-Hof“ (1953-1956)

Elise und Karl Sterrer, 1965

Foto: Peter Sterrer

1956 – 1972

Was K.St. mit einem Begleittext für die Ausstellung in der Akademie im Jahr 1955 begonnen hatte, setzte er fort. Mit dem Vorhaben „Die Kunst unserer Zeit“ einer immer intensiveren Betrachtung zu unterziehen, begann er mit einer Reihe kunsttheoretischer Publikationen die Position der Gegenwart im Spiegel der Entwicklung der Kunst zu bestimmen. Bis 1971 verfasste er dafür 15 Texte. Schon der erste Teil dieser Betrachtungen enthüllte K.St.s Weltsicht. Ihm erfüllte das Wort Jesu nicht nur Tun und Handeln, es erfüllte auch den Geist der Kunst, durch das Wort Jesu bekomme die Kunst ihre christliche Form, die zum Wertmaß aller Kreatur und Schöpfung geworden sei. Doch durch die Jahrhunderte habe diese Form, so Sterrers Analyse, das „Maß der Erkenntnis“ verlassen und sich schließlich durch die Überheblichkeit des Menschen in leeren „Formalismus“ gewandelt, der Intellekt habe sich selbständig gemacht. Im November 1957 versandte K.St. den 1. Teil seiner Betrachtungen an geistliche Würdenträger, Kollegen und ehemalige Schüler: an Erzbischof Franz König, Abt Hermann Peichl, Prälat Karl Rudolf, den Theologen Michael Pfliegler, den Dompfarrer Karl Raphael Dorr, Erzbischof Franz Jachym, an Pfarrer Arnold Dolezal, die Architekten Holzmeister und Kramreiter, den Direktor des Herresgeschichtlichen Museums Pühringer, den Maler Hans Andre. Er erhielt rasch Dankesworte.

Es war nicht nur die zeitgenössische bildende Kunst, die K.St. der Kritik unterzog, es waren auch die Entwicklungen der zeitgenössischen Kirchenachitektur, denen er eine „Kurze Betrachtung“ widmete. Er verstand sie als Warnung an die Planenden, eine Abrechnung mit dem Kirchenbau der Moderne wider den Intellektualismus ihrer Konzepte.

1957 wurde K.St.. in verspäteter Anerkennung seiner künstlerischen Leistungen mit dem Österreichischen Staatspreis für Malerei ausgezeichnet. Gemeinsam mit ihm erhielten Heimito von Doderer und Franz Karl Ginzkey diese Auszeichnung für Literatur und Hans Gál für Musik.

Für die Frühjahrsausstellung im April und Mai 1962 hatte das Künstlerhaus K.St. als Gast eingeladen. Seine Kollektion, die er „Tragik und Hoffnung aus der Not unserer Zeit“ benannte, brachte auch eine Serie von zehn Frauenbildnissen, alle sehr statuarisch, im extremen Hochformat, säulenhaft, stereometrisch, gedrechselt, zehn Frauenbildnisse, die Ehrenrettung der wertvollen Frau sein wollen. Der Text auf der Rückseite einer der Leinwände sollte die „äußerste Einfachheit der Farbe“ und „Die Atmosphäre des Gottgegebenen nicht das Temperament des Sinnlichen“ erklären. Diesmal zeigten die Rezensionen in den Zeitungen und die Reaktionen des Publikums kaum Verständnis für K.St.s aus der Zeit gefallene Arbeiten. Ihre Rezeption erlebte man als anstrengend, er vereinfache zu stark, sei zu steif, zu pathetisch.

1970, anlässlich des 85. Geburtstag K. St.s wollten die Professoren der Akademie ihm noch eine späte Ehrung erweisen, beantragten für ihn die Verleihung des Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst I. Klasse, die höchste Auszeichnung, die die Republik für wissenschaftliche oder künstlerische Leistungen zu vergeben hat. Man informierte die Medien, gratulierte schon, doch diese letzte Auszeichnung erhielt der Künstler dann doch nicht.

1971 eröffnete das Heeresgeschichtliche Museum eine Ausstellung zum „Fliegen im Ersten Weltkrieg“, die auch mehrere Arbeiten Sterrers präsentierte, und seine besondere Position als Zeichner der Porträts der k.u. k. Flieger herausstrich.                                             

Werke: „Porträt Ossip Zadkine“ (um 1967), Allegorie „Adler/Engel“ (um 1967), „Bildnis Konrad Adenauer“ (1971), weitere Texte zu „Kunst unserer Zeit“

Am 10. Juni 1972 starb K.St. in Wien. Er wurde am Hütteldorfer Friedhof beigesetzt. Seine Frau Elise konnte sein bildnerisches Erbe noch bis zu ihrem Tod in der Wohnung im Bildhauerhaus der Akademie bewahren. 1981, wenige Jahre vor ihrem Tod am 20. Juni 1985, wurde in ihrem Beisein die letzte Personalausstellung in der Wiener Galerie Peithner-Lichtenfels eröffnet.